
Das 2. Orchester des Harmonikaclubs Untergrombach (HCU) und das Akkordeonorchester Wiesbaden verbindet eine langjährige Freundschaft. Nach dem das letzte Gemeinschaftskonzert der beiden Orchester im Wiesbadener Kurhaus aber bereits 23 Jahre zurückliegt, war es nun an der Zeit, der Orchesterfreundschaft einmal wieder klanglichen Ausdruck zu verleihen. Trotz hochsommerlicher Temperaturen fanden sich beide Orchester im Haus der Vereine in Wiesbaden-Dotzheim zu einem gelungenen Konzert vor zahlreichem Publikum ein. Eröffnet wurde das Konzert vom 2. Orchester des HCU unter der bewährten Leitung von Uwe Höhn mit dem effektvollen, ein wenig an sinfonische Filmmusik erinnernden Werk „Setting sails“, das mit einem sinnbildlichen Setzen der Segel so recht zur Konzerteröffnung passte. Das für Akkordeonorchester geschriebene Stück stammt von HCU-Mitglied Moritz Reiser. Daran anschließend hatte sich Dirigent Uwe Höhn wieder einmal etwas völlig neues einfallen lassen, nämlich die Aufführung eines Saxophonkonzertes: von Alexander Glasunow erklang das 1934 entstandene Konzert Es-dur für Altsaxophon und Streicher im Arrangement für Akkordeonorchester. Als Solist war Saxophonist Peter Quadbeck zu hören, der überdies seit einiger Zeit auch dem HCU als Akkordeonist angehört. Mit samtig-einfühlsamem Ton, aber auch Virtuosität und Behändigkeit verlieh er seinem Solopart zu ansprechender Wirkung. Das Orchester agierte als gleichberechtigter, aufmerksamer Partner und setzte trotz kurzer Einstudierungszeit seinen Part gelungen um. Mit Friedrich Smetanas „Moldau“ erklang ein weiteres sinfonisches Schwergewicht der romantischen Orchesterliteratur, dessen klangprächtige Interpretation viel Applaus erhielt. Mit dem opulent gespielten Originalwerk „Atlantis“ von Silke d’Inka sowie, als Zugabe, der mitreißenden Filmmusik aus dem Animationsfilm „Drachenzähmen leicht gemacht“ leitete der HCU zum Wiesbadener Orchester über, das mit Rossinis Ouvertüre zu „Der Barbier von Sevilla“ den zweiten Konzertteil spielfreudig und voller Agilität eröffnete. Mit Astor Piazzollas Konzerttango „Adios Nonino“ in einem äußerst klangschönen Orchestersatz und dem Adagio aus Paul Kühmstedts Originalwerk „Drei Impressionen“ bot das Orchester, das beim 11. Deutschen Orchesterwettbewerb 2025 den 1. Preis errang, emotional Berührendes, ehe Alexander Borodins „Polowetzer Tänze“ und Sholom Secundas Klezmer-Song „Bei mir bist du schön“ für den schwungvollen Ausklang sorgten.










